Backtrac – Therapieliege

Backtrac – Therapieliege

Die Entwicklung der Grundversion der Extensionsliege began 2010 und wurde als Forschungs- und Entwicklungsprojekt über das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des BMWi gefördert und vom Ideengeber weiterentwickelt. Die Vollversion der Therapieliege dient zur Behandlung von Rücken- und/oder Gelenkerkrankungen/-verletzungen. Dabei handelt es sich um einen Extensionstisch zur Entlastung der Wirbelsäule und der großen Gelenke mittels computergesteuerter Kraftübertragung unter gleichzeitiger Bewegung und der Anwendung von muskelentspannenden Maßnahmen. Diese bislang einzigartige Therapieform steht Ihnen in Kürze in unserer Praxis für Orthopädie in Köln zur Verfügung.

Kernpunkt der hier vorgestellten Extensionsliege ist eine dreidimensional ausgerichtete segmentierte Liegenoberfläche. Dadurch kann jedes einzelne Bewegungssegment der Wirbelsäule in dreidimensionaler Richtung entlastet werden. Zahlreiche Krankheitsbilder, deren Ursache der Rücken ist, können somit zielgerichtet und v.a. individuell therapiert werden. Das Therapiefeld, also die zu entlastete Bandscheibe bzw. die zu entlastenden Wirbelgelenke werden, anhand der individuellen Patientendaten der vermessenen Wirbelsäule anhand eines selbstentwickelten Abtastverfahrens der Rückenkontur, die Parameter zur Einstellung der Extensionsliege sein. Zusätzlich werden die vorhandenen Patientendaten/-bilder (MRT-/CT-/Röntgenbilder der Hals-/Brust- oder Lendenwirbelsäule) digital eingelesen und mit den ermittelten Messwerten des Abtastverfahrens abgeglichen, so dass sich die Extensionsliege vollautomatisch auf das Therapiefeld einstellt.

Durch die Segmentierung und Trennung der Liege in Längsrichtung kann der Patient in eine beliebige Körperlage gebracht werden, so dass das Therapiefeld direkt im Scheitelpunkt einer gedachten Tangente zum Liegen kommt. Somit kann durch diese innovative Technik nicht nur eine Bandscheibe, sondern erstmalig gezielt ein Bandscheibenbereich therapiert werden. Damit kann einerseits die erforderliche Zugkraft reduziert und andererseits die Effektivität deutlich gesteigert werden. Tatsächlich sind also nicht alle 23 Bandscheiben betroffen und somit ist ein gesamtes Strecken der Wirbelsäule und/oder von Teilbereichen, wie allen Lendenwirbeln und/oder allen Halswirbeln, gar nicht gewünscht, sondern der mangelhaften Technik geschuldet. Streckt man die Wirbelsäule mit der heutigen Technik, so werden je nach Zugangriffspunkt immer Wirbelsäulenbereiche gestreckt. Da der Angriffswinkel der Kraft nicht eindeutig einstellbar ist und die Wirbelsäule S-förmig geschwungen ist, greifen an den einzelnen Wirbeln des gestreckten Bereiches unterschiedliche Kraftkomponenten an. Hierdurch ist es nicht möglich, an allen Bandscheiben gleiche Entlastung zu erzeugen oder gezielt auf einzelne Bandscheiben bzw. Bandscheibenbereiche zu wirken.

Das Behandlungsspektrum umfasst zahlreiche degenerative und traumatische Erkrankungen des Bewegungsapparates und dient gleichzeitig der natürlichen Regeneration der Bandscheiben und Knorpelgewebe. Somit kann die Therapieliege in der Prävention, Akutbehandlung und Rehabilitation eingesetzt werden. Der Kernpunkt der Liege ist die gezielte Entlastung der Bandscheiben und Gelenke in Abhängigkeit der individuellen Körperform mit Hilfe einer dreidimensional ausgerichteten, segmentierten, anpassungs- und rückbildungsfähigen Liegenoberfläche. Die USP liegt in der Anpassung der Liege an die individuelle Anatomie durch ein speziell entwickeltes Abtastverfahren, der Präzision durch die vollautomatische Einstellung an die zu behandelnde Stelle, die Applikation der aufgewendeten Zugkräfte und im erweiterten Angebots-/Behandlungsspektrum durch eine modulare Bauweise.

Durch die Wiederholgenauigkeit der Behandlung und die Dokumentation der exakten, quantifizierbaren Ergebnisse können statistische Auswertungen erfolgen und die Wirkung der Extensionstherapie kann erstmalig wissenschaftlich nachgewiesen werden. Die Zusatzmodule der Therapieliege entlasten durch Mobilisation unter Traktion die großen Gelenke (Knie-, Hüft- und Schultergelenk), wodurch zusätzlich zahlreiche Krankheitsbilder therapiert werden können. Zu den Therapiezielen der Liege zählen daher einerseits Rücken- und/oder Gelenkschmerzen zu lindern bzw. zu beseitigen und andererseits Schmerzen erst gar nicht auftreten zu lassen. Damit kann die Therapieliege zur Prävention, Akutbehandlung und Rehabilitation verschleiß- und/oder verletzungsbedingter Rücken- und Gelenkerkrankungen sowie zur Förderung der Regenerationsfähigkeit eingesetzt werden. In der Regel sind 10-20 Sitzungen (abhängig von der Diagnose) à 30 min erforderlich um entsprechende Resultate zu erzielen, die Sie in Ihrer orthopädischen Gesundheitspraxis in Köln-Widdersdorf durchführen können.

Dekompressionstherapie

Extensionsliegen dienen zur Entlastung der Wirbelsäule, insbesondere der Bandscheiden und der Wirbelgelenke. Durch Einleiten einer äußeren Zugkraft, wird diese über verschiedene Patientenfixierungen auf den Körper übertragen, so dass die Wirbelsäule als Ganzes oder in Teilbereichen auseinandergezogen wird.

Entsprechend dem zirkadianen Tag-Nacht-Rhythmus nimmt die Bandscheibe im Liegen Nährstoffe und Wasser auf. Dieser Transport unterliegt einem Pumpmechanismus. Die Bandscheibe saugt sich nachts wieder voll wie ein Schwamm. Dadurch ist der Mensch morgens 1-2 cm größer als abends. Durch jegliche Art von Belastung wird von außen Druck auf die Bandscheibe ausgeübt, Wasser und Nährstoffe werden ausgepresst, wodurch die Bandscheibe im Lauf der Zeit porös wird und sich verformt. Eine meist schon schmerzhafte Vorwölbung kann in einen Vorfall münden mit entsprechender Symptomatik. Durch Traktion kann sich eine vorgewölbte oder vorgefallene Bandscheibe wieder in ihre ursprüngliche Lage zurückbilden und die Schmerzen lassen nach. Gleichzeitig nimmt die Bandscheibe Nährstoffe auf. Eine optimale Bandscheibenversorgung minimiert das Risiko an bestimmten Rückenleiden zu erkranken. Zum anderen werden die Gelenke entlastet, wodurch die Nährstoffaufnahme und Produktion der Gelenkschmiere angeregt wird. Abfallstoffe werden entsorgt und damit wird der schmerzhafte Gelenkverschleiß minimiert.

Eine gezielte Therapie auf ein einzelnes Bewegungssegment (2 benachbarte Wirbelkörper mit dazwischenliegender Bandscheibe; Abb. 1) ist bislang nicht möglich. Weiterhin wird eine Entlastung bislang nur in eindimensionaler Richtung ermöglicht.

Abb. 1: Bewegungssegment nach Junghans (2 benachbarte Wirbelkörper mit der dazwischenliegenden Bandscheibe und dem Wirbelgelenkpaar).

Vergleicht man die auf dem Markt erhältlichen „Top-Produkte“ mit den ersten Streckbänken, welche bereits zu Zeiten von Hippocrates und im Mittelalter eingesetzt wurden, so fällt auf, dass sich die Therapieliegen nach wie vor an den technischen Möglichkeiten der Steinzeit orientieren. Die Einleitung und Übertragung der Zugkraft auf die Wirbelsäule über Becken und Kopf ist weiterhin state of the art, entspricht jedoch lange nicht mehr den heutigen technischen Möglichkeiten. Bisherige Extensionstische fixieren den Patienten mit Hilfe von Gurten bzw. diversen Klemmvorrichtungen, die sehr schmerzhaft sein können, da sie sich nur sehr bedingt an die äußere Körperform anpassen können. Teilweise müssen sich die Patienten sogar selbst festhalten. Dadurch verliert die Therapie erheblich an Effektivität.

Der hier vorgestellte Extensionstisch ist eine grundlegende Neuentwicklung und orientiert sich an den heutigen Arbeitsbedingungen und körperlichen Belastungen der Gesellschaft. Die Therapieliege ist demnach eine Weiterentwicklung aufgrund den fachlichen Kenntnissen und Erfahrungen des Erfinders (Dr. med. Heiko Diedrich) sowie dem Ergebnis einer umfangreichen Literaturrecherche (1980 – 2015) zum Wirkmechanismus von maschinell gesteuerten Zugvorrichtungen zur Behandlung von Rücken- und Gelenkschmerzen. Für die Umsetzung dieser Idee trug maßgeblich die Expertise der Projektpartner bei.

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